Der Weg des Wassers

Der Kampf gegen schreckliche Betrügereien mittels der Macht der Geduld

Kommentar von Captain Paul Watson

 

Captain Paul Watson Photo: Billy Danger/Sea Shepherd

Captain Paul Watson Photo: Billy Danger/Sea Shepherd

Am 26. Oktober berichtete die Japan Times mit der Schlagzeile „Mißbrauch von ‘Wiederaufbau’geldern nimmt wilde Auswüchse an“ über den Spendenskandal um den japanischen Tsunami vom 11. März 2011. In dem Artikel gibt sie eindeutig zu, dass dem Fischereiministerium 2,3 Milliarden [Yen] für Gegenmaßnahmen gegen die Anti-Walfang-Gruppe Sea Shepherd ausgehändigt wurden.

Professor Yoshimitsu Shiozaki von der Universität Kobe, ein Experte für den Wiederaufbau von Katastrophengebieten, stellte in der Japan Times fest, dass „diesmal die Spenden in noch betrügerischerer Weise eingesetzt werden“. Der japanische Parlamentsabgeordnete Kuniko Tanioka wurde mit der Aussage zitiert “es hat sich herausgestellt, dass die Spenden für Projekte benutzt wurden, für die sie nicht vorgesehen waren…Das hat den Willen der Katastrophenopfer geschwächt, ihr Leben wieder aufzubauen“.

Die Fischereibehörde hat diese ihre Zuteilung gegen Sea Shepherd vehement verteidigt, indem sie darauf bestand, das gegen Sea Shepherd eingesetzte Budget werde „letztendlich Gegenden in und um Ishinomaki in der Präfektur Miyagi zu Gute kommen, wo rund 1.200 Menschen in mit dem Walfang vernetzten Industriezweigen arbeiten“.

Uups, Realitätsprüfung!!! “Mit dem Walfang vernetzte Industriezweige!“

Wir dachten, hier gehe es um Wissenschaft, nicht um Jobs. Wir dachten, der Zweck sei die Forschung, nicht Profite.

Sea Shepherds Einschreiten richtet sich gegen den sogenannten “wissenschaftlichen Walfang” im antarktischen Walschutzgebiet. Also, was ist es denn genau? Eine Walfangindustrie oder wissenschaftlicher Walfang?

Anscheinend ist es immer das, was gerade passt, so wie es von der japanischen Walfang-Propagandamaschinerie verlangt wird. Gegenwärtig gibt es Küstenstädte mit echten Menschen, die leiden, weil ihnen die Spenden fehlen um ihre Häuser zu reparieren und ihr Leben wieder aufzubauen. Doch die Nisshin Maru befindet sich gerade in Hiroshima und wird Reparaturen und Aufrüstungen im Wert von 24 Mio. Dollar unterzogen.

 

 Die Nisshin Maru wird im Hafen repariert. Photo: Sea Shepherd

Die Nisshin Maru wird im Hafen repariert. Photo: Sea Shepherd

 

Die japanische Regierung tötet nicht nur illegal Wale in einem international anerkannten Walschutzgebiet, sie verweigert auch die Hilfeleistung für ihre eigene Bevölkerung, um dieses Verbrechen des Walabschlachtens fortführen zu können.

Nationen wie die Vereinigten Staaten, Neuseeland, Deutschland und viele andere sind mitschuldig an diesem Verbrechen, weil sie sich weigern, internationale Umweltschutzgesetze aufrecht zu erhalten und weil sie bereit sind, Japan bei der Schikane eines jeden zu unterstützen, der den illegalen japanischen Walfang aufzuhalten versucht.

Diese Nationen wissen sehr wohl, dass Japan gesetzeswidrig handelt, aber sie machen den Kotau vor Japan wegen der Handelsbeziehungen.

Es ist wirklich erstaunlich, dass Sea Shepherd nicht nur unsere Interventionen gegen die Walfänger fortführen konnte, sondern wir bezwingen sie tatsächlich auch draußen und vor den Gerichten. Natürlich hat das seinen Preis. In den Untergrund gedrängt zu werden, weil Japan die Macht hat, Interpol zu manipulieren, so dass diese einen Red List-Eintrag herausgibt, ist unbequem. Aber das konnte den Sea Shepherd-Crews nicht den Schwung nehmen, unsere Schiffe für die Operation Zero Tolerance vorzubereiten.

Die Japaner überleben als glorifizierte Wohlfahrtspenner, saugen den Opfern des Tsunami und des Erdbebens die Spenden ab und melken den japanischen Steuerzahler. Ihre blutrünstige Industrie ist tot und der japanischen Bevölkerung wird zunehmend bewusst, wie betrügerisch und korrupt diese Industrie ist.

Aus meinem Heimatland verbannt zu sein und auf hoher See bleiben zu müssen, ist ein kleiner Preis in diesem langwierigen Kampf um die Beendigung des Walfangs im antarktischen Walschutzgebiet. Ich liebe es, auf See zu sein und ich habe rund um die ganze Welt Freunde, die mich unterstützen. Uns vereint der gemeinsame Wunsch, das Leben der Wale und Delfine zu retten und die globale Artenvielfalt des Lebens in unseren Ozeanen zu schützen.

Ich war froh, diese Woche die Freilassung von Nils Greskewitz aus dem Gefängnis in Shingu nahe Taiji zu erleben. Der zum Beratungsgremium von Sea Shepherd gehörige Anwalt Oliver Wallasch stellte seine rechtliche Expertise zur Verfügung, um die Freilassung von Nils auszuhandeln. Er kehrte nach Deutschland heim, nachdem er eine Strafe und die Schäden an einer Statue beglichen hatte, die er versehentlich beschädigt hatte.

Nils wußte, dass es eine Verletzung der Cove Guardian-Regeln war, auf die Statue zu klettern. Er erkannte dies und übernahm die Verantwortung für sein Handeln. Persönlich habe ich den Anblick der abgeknickten Harpune an der Statue des Walfängers als positives Omen betrachtet.

Die japanische Polizei nutzte den Zwischenfall als Vorwand für eine Razzia bei den Cove Guardians und um ihre Laptops, Telefone und Kameras zu konfiszieren. Sie gaben die Gegenstände beschädigt zurück, doch dank der Großzügigkeit unserer Unterstützer aus aller Welt konnten wir die Ausrüstung innerhalb vierundzwanzig Stunden ersetzen und nun verfügt die Operation Infinite Patience über einen Livestream via EZearth.tv.

Wir bekämpfen die Abschlachtung der Delfine in Taiji seit wir dieses abscheuliche Gemetzel 2003 erstmalig der ganzen Welt präsentiert haben, als wir die Schlächterei dokumentierten und fünfzehn gefangenen Delfinen die Freiheit gaben, ins Meer zurückzukehren. Wir werden die Delfine in Taiji niemals im Stich lassen und wir werden die Wale im antarktischen Walschutzgebiet niemals im Stich lassen, ganz egal, wie gefährlich, wie erschreckend und wie unbequem es ist oder sein wird.

Ich bin so stolz darauf, was Sea Shepherd tut und auf der ganzen Welt zuwege bringt. Die Cove Guardians sind seit beinahe zwei Monaten vor Ort in Taiji und werden bis März vor Ort bleiben. Die Sea Shepherd-Schiffe sind vollständig vorbereitet, sich den japanischen Walfängern entgegenzustellen. Unsere Anstrengungen im Galapagosarchipel während der letzten zwölf Jahre haben enorme Auswirkungen gezeitigt. Sea Shepherd Frankreich kämpft für die Haie bei der Insel Réunion und Sea Shepherd weitet seine Bemühungen zum Schutz der Haie quer über den Südpazifik aus.

Wir beweisen, dass eine kleine Gruppe hingebungsvoller Einzelpersonen enorme Wirtschaftsmächte herausfordern und selbst noch über eindrucksvolle Gegner triumphieren kann.

Wir üben die Macht des Wassers aus. Wir sind wie einzelne Tropfen, die sich zusammenschließen, um eine Sintflut zu bilden, die die Feinde derer, die verteidigen und beschützen, überschwemmt. Wasser kann überwältigen, ohne Schaden hervorzurufen. Wasser kann dahin fließen, wo es gebraucht wird und wenn die Aufgabe erfüllt ist, kann Wasser einfach nur still und friedlich sein.

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