Eine lange Heimkehr und nun geht die Reise los

Kommentar von Captain Paul Watson

 

Captain Watson an Bord des SSS Steve Irwin  Photo: Tim Watters / Sea Shepherd

Captain Watson an Bord des SSS Steve Irwin
Photo: Tim Watters / Sea Shepherd

Diese Woche ist meine Geburtstagswoche und eine wirklich gute Woche, denn ich erhielt das beste aller denkbaren Geschenke. Ich stehe endlich wieder auf dem Deck der Steve Irwin. Ich habe eine fantastische Crew und unser Schiff ist auf dem Weg in die Antarktis.

Es war eine lange Reise von Deutschland dahin, wo ich jetzt bin.

Über zwei Ozeane und zahllose Flüsse, über drei Gebirgsketten, durch eine Wüste, über Seen und durch Dutzende von Städten und Ortschaften. Insgesamt fast 15.000 km zurückgelegt ab Frankfurt, Deutschland bis in den Südpazifik.

Etwas unbequem ohne Paß oder irgendein Ausweisdokument und umso schwieriger ohne Kreditkarte oder Zugang zu Geldautomaten, ohne Zugang zum Internet oder wenigstens einem Handy.

Unter Geheimhaltung bis zur Unsichtbarkeit, doch es war diese Unsichtbarkeit, die mich davor bewahrte, in die Fänge Japans zu geraten – trotz ihrer finanziellen Mittel, ihrer kleinen Armee von Anwälten und der Möglichkeit, ihren wirtschaftlichen Einfluß dafür zu nutzen, mich wegen politisch motivierter, fingierter Anklagen auf die Red List von Interpol setzen zu lassen.

Sieben Monate sind vergangen, seit die Deutschen mich am Frankfurter Flughafen verhafteten und vier Monate, seit ich Deutschland verlassen habe.

Ich hätte es nicht hierher geschafft ohne die Loyalität und Findigkeit von Unterstützern, Freunden und Familie.

Und dank ihnen bin ich nun auf die Steve Irwin zurückgekehrt, und reise vornehmlich durch die größte und freieste Nation der Welt – den Ozean!

Ich kann nicht weiter ins Detail gehen, was meine Reisen der letzten vier Monate betrifft. Es könnte sein, dass ich das irgendwann in der Zukunft noch einmal tun muss.

Noch wichtiger, wir müssen uns jetzt auf die unmittelbare Zukunft konzentrieren und nicht auf die kürzliche Vergangenheit.

Unsere Schiffe und unsere Crew sind auf dem Weg. Die Steve Irwin und ich sind auf See. Die Bob Barker hat Sydney am 30. November verlassen. Die Brigitte Bardot ist ebenfalls auf See und die Sam Simon hält sich weiterhin an einem unbekannten Ort auf, während sich Gerüchte und Spekulationen darum ranken, was und wo sie ist. Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass Locky MacLean, ein Staatsbürger sowohl Frankreichs als auch Kanadas, ihr Kapitän ist.

Ich bin nun wieder Kapitän der Steve Irwin. Peter Hammarstedt, Staatsbürger Schwedens und der U.S.A., ist Kapitän auf der Bob Barkerund die Mannschaft der Brigitte Bardot führt der weltbekannte französische Segler, der legendäre Jean Yves Terlain.

Vier Schiffe mit vier Kapitänen und Offizieren und Crew, 120 Menschen aus 24 Nationen: Österreich, Australien, Brasilien, Kanada, Chile, Großbritannien, Ecuador, Finnland, Deutschland, Ungarn, Indien, Israel, Italien, Japan, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Portugal, Rußland, Singapur, Südafrika, Spanien, Schweden und den Vereinigten Staaten.

Das Ziel der Operation Zero Tolerance ist das Abfangen und Einschreiten gegen das Vorhaben der japanischen Walfangflotte, im antarktischen Walschutzgebiet 1.035 Wale abzuschlachten. Wir haben ein zweifaches Ziel: das Leben von Walen zu retten und die japanische Walfangindustrie soviel wie möglich an finanziellen Verlusten zu kosten. Im letzten Jahr haben wir sie rund 22 Mio. U.S.Dollar gekostet, und das, obwohl sie eine Subvention von 30 Mio. Dollar erhalten hatten, gestohlen von den Opfern, für die der japanische Tsunami-Hilfsfonds vorgesehen war.

Und wie jedes Mal werden unsere Aktionen im buddhistischen Geist des Hayagriva ausgeführt, in dem wir unseren Gegnern keine körperlichen Verletzungen zufügen. Wir zielen auf ihre Pläne ab und verhindern ihre tödlichen Vorhaben, aber wir fügen ihnen niemals Verletzungen zu. Bedauerlicherweise teilen sie unser Mitgefühl nicht und daher stehen unsere Crews beträchtlichen Risiken gegenüber.

Wir waren niemals stärker, niemals entschlossener. Unsere Hingabe an die Verteidigung der Unversehrtheit des antarktischen Walschutzgebiets ist unvermindert, denn wir wissen, dass der Schlüssel zum Erfolg Beharrlichkeit, Geduld und Ausdauer ist.

Wir haben die Walfangflotte erfolgreich in den Ruin getrieben. Wir haben sie ökonomisch versenkt. Nun müssen wir sie noch politisch versenken.

1977 sind wir in Westaustralien gegen den Walfang vorgegangen, als Australien noch eine hartnäckige Walfangnation war. Heute ist Australien die führende Nation auf der Welt im Walschutz. Das macht mir große Hoffnung bezüglich Japans. Japan kann endgültig eine große Macht für den Meeresschutz werden und mehr und mehr Japaner unterstützen uns jedes Jahr. Ich glaube daran, dass Japan eines Tages auch eine Nation sein wird, die Wale schützt statt sie fortgesetzt abzuschlachten, so wie Australien es heutzutage geworden ist.

Der Walfang wird zunehmend unpopulär in Japan. Es ist nur wenige Jahre her, dass die japanische Walfangflotte unter dem Jubel der Menge, festlichem Schmuck und breitgestreuter Medienberichterstattung aus dem Hafen aufbrach.

Diese Woche brachen sie von einem unbestimmten Ort aus auf, ohne alle Fanfaren; schmählich haben sie sich auf See geschlichen, voller Angst, sie könnten von uns gesehen werden.

Anfang des Monats haben wir eine Erklärung herausgegeben, dass wir sie vor der Küste Japans stellen würden und anscheinend haben sie das geglaubt. Sie haben ihre Küstenwache mobilisiert und einen beträchtlichen Aufwand an Kosten und Anstrengungen betrieben, um sich unauffällig aus dem Hafen zu schleichen.

Tatsächlich hatten wir nie die Absicht, uns Richtung Norden zu begeben. Wir passen sie im Süden ab, allerdings bevor sie das antarktische Walschutzgebiet erreichen.

Unsere Schiffe werden sich verteilen, um die Zugänge zu dem Schutzgebiet zu bewachen und sobald die Nisshin Maru gefunden ist, werden wir jeden ihrer Versuche unterbinden, Walfang zu betreiben.

Ich hoffe sehr, dass dies das letzte Jahr sein wird, in dem wir diese lange, teure und gefährliche Reise ins Südpolarmeer auf uns nehmen, doch wir werden auch im nächsten Jahr und im Jahr darauf und jedes weitere Jahr zurückkehren, bis das Abschlachten der Wale endlich aufhört.

Wir sind zu den Wächtern der Wale im antarktischen Walschutzgebiet geworden und wir werden uns diesen Schlächtern niemals ergeben.

Ein besonderer Dank an Euch alle, die Ihr für Sea Shepherd gespendet habt und es unseren Schiffen ermöglicht, da zu sein, wo wir jetzt sind. Wir brauchen weiterhin Eure Hilfe, um die Schiffe aufzutanken und unsere Posten hier unten am Ende der Welt als Wächter der großen Wale zu beziehen.

Wir tun, was wir tun, damit die Wale leben dürfen. Wir tun, was wir tun für die Kinder in der Zukunft, damit sie in einer Welt leben können, in der es noch Wale gibt, denn wenn es keine Wale mehr gibt, werden die Meere sterben, und wenn die Meere nicht mehr leben – werden wir, alle von uns, sterben!

Während ich auf der Brückennock der Steve Irwin stehe und mein Blick über den weiten, tintenblauen Schleier des Meeres schweift, sehe ich zwischen dem Wasser und dem mit bernsteinfarbenen Wolken bedeckten goldenen Himmel – den vereinzelten Blas eines Wals direkt vor mir und dieser Blas symbolisiert das Leben.

Als im Westen die Sonne untergeht, erscheint ein Blitz aus grünen Funken am Horizont und ich spüre, dass es keinen Ort geben kann, an dem ich lieber wäre oder an dem ich glücklicher sein könnte, als auf diesen lebenserhaltenden Gewässern in dem Bestreben, den Leviathan zu verteidigen.

Quelle: Sea Shepherd

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3 Antworten auf Eine lange Heimkehr und nun geht die Reise los

  1. me parece maravilloso estar leyendo el regreso del capitan PAUL WATSON,,LA MEJOR NOTICIA DE TODOS ESTOS MESES ,

  2. AVANCE SEA SHEPHERD CON EL SEÑOR CAPITAN PAUL WATSON ,EL HOMBRE MAS VALIENTE Y LUCHADOR INCANSABLE CON GARRA,QUIEN HA SIDO BENDECIDO POR DIOS POR SU INTELIGENCIA BONDAD Y APRECIO POR TODAS LAS VIDAS MARINAS QUE HABITAN EN LOS MARES ,NUESTRO RESPETO SIEMPRE POR SU PERSONA Y POR SUS VALORES MORALES Y ETICOS ,BIENBENIDO Y ESPERADO SEÑOR PROTECTOR DE NUESTROS NUESTROS OCEANOS CAPITAN PAUL WATSON..

  3. Conny sagt:

    Ihr seid die Besten, weiter so…viel, viel Glück! Super!!!!