Walfangschiff dringt in neuseeländische Gewässer ein

 

Archiv: 06. Januar 2010 – Bruchstücke der Ady Gil, nachdem sie von der Shonan Maru No. 2 gerammt wurde Photo: JoAnne McArthur

Um 01:36 Uhr neuseeländischer Sommerzeit, am heutigen Tage, Samstag, 08. Februar, ist die Shonan Maru No. 2, das japanische Gefahrenabwehrschiff der japanischen Regierung, verantwortlich für das Sinken des in Neuseeland registrierten Trimarans Ady Gil im Jahre 2010, in die 200-Meilen-Zone von Neuseelands ausschließlicher Wirtschaftszone bei 49° 10’Süd, 172° 35‘ Ost eingedrungen. Sie verfolgte das Sea Shepherd-Schiff Steve Irwin.

Das Schiff, das japanisches Küstenwachpersonal an Bord hat, schirmt Japans illegale Walfangoperationen im antarktischen Walschutzgebiet ab. Neuseeland ist einer der Unterzeichnerstaaten.

Der neuseeländische Außenminister, Murray McCully, hatte gesagt, dass die Walfangoperationen im Wesentlichen aus Gründen des Stolzes durchgeführt würden und dass „die Ausübung des Walfangs in den Meeren südlich Neuseelands sinnlos ist und für eine große Anzahl Neuseeländer anstößig. Die Regierung Neuseelands hat wiederholt Japan dazu aufgerufen, sein Walfangprogramm einzustellen“.

Außerdem ist Neuseeland offiziell dem Prozeß vor dem Internationalen Gerichtshof beigetreten, in dem Fall, den Australien gegen den japanischen Walfang im Südpolarmeer vorgebracht hat. Der Fall ist noch bei Gericht anhängig.

Am 05. Januar fand die Sea Shepherd-Flotte die japanische Walfangflotte im Ross-Nebengebiet mit drei toten geschützten Zwergwalen und den Überresten eines vierten abgeschlachteten Wals auf ihren blutbefleckten Decks. Die Wale waren von ihnen im antarktischen Walschutzgebiet gewildert worden. Zu diesem Zeitpunkt machte Minister McCully geltend, dass die Gewässer nicht der neuseeländischen Seegerichtsbarkeit unterlägen.

Sea Shepherd fordert Minister Cullys Hilfe an, um sicherzustellen, dass die Shonan Maru No. 2 mit aller Macht aus den neuseeländischen Gewässern entfernt wird.

Das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (UNCLOS) überträgt Nationen das Recht, die Fischerei innerhalb der Gewässer ihrer ausschließlichen Wirtschaftszone zu regulieren. Der geschäftsführende Direktor von Sea Shepherd Australien, Jeff Hansen, sagt: „In der Vergangenheit hat die neuseeländische Regierung eine sehr bestimmte Haltung gegenüber Wilderern in seiner AWZ eingenommen. Nun fordern wir sie auf, die gleichen Regeln gegenüber der japanischen Walfangflotte anzuwenden, die sie gegenüber anderen Wilderern angewandt hat und die Shonan Maru No.2 umgehend aus den neuseeländischen Gewässern hinauszuwerfen.“

UNCLOS legt außerdem fest, dass Schiffe, die die Territorialgewässer einer Nation befahren „das Recht auf friedliche Durchfahrt durch das Territorialgewässer genießen“. Captain Siddarth Chakravarty sagt: „Die Shonan Maru No. 2 belästigt gegenwärtig die Steve Irwin. Unser Umweltschutzschiff erhält internationales Recht und die bestimmte Anti-Walfang-Haltung der neuseeländischen Regierung aufrecht. Das ist Neuseelands Gelegenheit, ihren diplomatischen Versprechen gemäß zu handeln und Stellung gegen das illegale Vorgehen der japanischen Walfangflotte zu beziehen.“

Die japanische Walfangflotte agiert im Südpolarmeer unter Verletzung des weltweiten Moratoriums zum kommerziellen Walfang von 1986 und unter Zuwiderhandlung gegen das antarktische Walschutzgebiet, eingerichtet im Jahr 1994.

Quelle: Sea Shepherd Australia

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