Ein Schiff und eine Nation “on the Rocks”*

Eine tragische Historie der Verleugnung

Kommentar von Captain Paul Watson

Es ist amüsant, wie die japanische Regierung durchwegs die Realität verleugnet. Fukushima stellt keine Bedrohung dar. Alles in Fukushima ist unter Kontrolle! Wir brauchen keinerlei Hilfe. Die Olympischen Spiele in Tokyo werden durch ein bißchen radioaktive Strahlung nicht beeinträchtigt. 500 Tonnen radioaktiven Wassers ins Meer zu verklappen, ist kein Problem. Alles ist gut. Ahh, wir brauchen Geld für die Tsunami-Opfer, damit wir einen Teil davon abzweigen können, um Sea Shepherd anzugreifen und illegalen Walfang zu verteidigen. Es gibt mehr als genug Wale und wir führen sehr bedeutende wissenschaftliche Forschung durch. Die Schlächterei an Delfinen in Taiji ist human. Wir überfischen die Ozeane nicht. Jeder, der uns kritisiert oder entgegentritt, ist ein Terrorist. Die Vergewaltigungen von Nanking sind eine chinesische Erfindung? Sie fanden nie statt. Trostfrauen, welche Trostfrauen? Sie waren volljährig und einverstanden. Die Bombardierung von Pearl Harbor war Selbstverteidigung. Wir waren im Begriff, den Krieg zu gewinnen, bis jemand einige Atombomben abgeworfen hat – nicht ganz richtig!

Und nun sitzt ihr größter Eisbrecher auf einem Felsen in Antarktika (s. Wortspiel oben, Anm.d.Ü.), aber keine Sorge, alles ist in Ordnung. Sie werden ihn bei Flut von dem Felsen ‘runterbekommen, ja ich weiß, das sagten sie am Sonntag, aber jetzt ist Mittwoch, also werden sie ihn heute da ‘runterbekommen, auch wenn die Flut weniger hoch ist als am Sonntag. Das hat eine profunde Logik. Das Eis rückt näher, aber das ist kein Problem, die Shirase ist ein Eisbrecher, genau wie die Eisbrecher, die im letzten Monat das russische Touristenschiff nicht erreichen konnten. Vielleicht sollten die Sea Shepherd-Schiffe sie retten, oder, noch besser, vielleicht könnte die Walfangflotte ihre “Forschung” beenden, um ihre Landsleute zu retten. Bedauerlicherweise sind die Waljäger erfolgreich, nicht viele Wale zu töten, weil die Sea Shepherd-Schiffe ihnen am Hintern kleben.

Die Frage ist, wann wird die japanische Regierung lernen, die Realität zu akzeptieren?

P.S. Ein kleiner Rat von mir, um von diesem Felsen ‘runterzukommen. Bei der nächsten Flut stellt alle unwichtigen Crewmitglieder aufs Eis und entladet soviel Ausrüstung wie möglich. Entleert eure Wassertanks und verlagert Treibstoff in Bereiche, die Gewicht von der Stelle entlasten können, die auf dem Felsen sitzt. Kann sein, dass ihr das Schiff mit der Verlagerung von Treibstoff in eine Seitenlage bringen müßt. Wenn ihr das tut, könnt ihr es schaffen, es von dem Felsen ‘runter zu schaukeln („you can rock it off the rock“). Oh und nächstes Mal nehmt bessere Karten. Ich empfehle australische Antarktis-Karten oder britische Admiralitätskarten. Mich dünkt, diese Karten aus Tokyo haben ein paar Fehler.

Wendet euch gerne vertrauensvoll an uns wegen der Navigation im Eis und nautischen Rats hinsichtlich antarktischer Küstenlinien. Wir werden gerne behilflich sein.

Besser jedoch, ihr laßt eure gierigen Finger von der Tierwelt und den Ressourcen von Antarktika. Wir alle wissen, dass ihr die Kohle, das Öl, Kobalt, Uran und noch mehr Wale im Auge habt, und höchstwahrscheinlich habt ihr noch Pläne für die Pinguine; wie der Plan, den ihr hattet, als ihr Argentinien bei den Falklands/Malvinas unterstützt habt, im Tausch gegen einen Vertrag über die Fertigung von einer Million Paar Damenhandschuhe aus Pinguinleder. Zu schade für euch, dass die Briten gewonnen haben und damit auch die Pinguine. Ich vertraue darauf, dass die Damen von Tokyo infolgedessen keine Frostbeulen davongetragen haben.

*Wortspiel, das nicht 1:1 ins Deutsche übertragbar ist: “on the rocks” bedeutet nicht nur “auf Eis”, sondern spielt ebenso darauf an, dass das Schiff auf einen Fels (rock) aufgelaufen ist und bedeutet außerdem “kaputt” bzw. „in Schwierigkeiten“ (Anm.d.Ü.)

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