Nächtliche Attacke gegen Sea Shepherd aus dem Hinterhalt – Regierungen bleiben untätig

Die Harpunenschiffe Yushin Maru und Yushin Maru No.3 kreuzten im Verlauf des Überfalls insgesamt 33 Mal mit knappem Abstand den Bug der Bob Barker und schleppten jeweils ein 250 Meter langes und ein 150 Meter langes Stahlkabel hinter sich her, quer vor dem Bug derBob Barker her, in dem Versuch, die Propeller und Ruder des Umweltschutzschiffes lahm zu legen.

Die Bob Barker fuhr bei 73° 08‘ Süd und 175° 33‘ Ost sechs Seemeilen hinter demFabrikschiff , der Nisshin Maru her, als der Angriff begann. Die Attacke war ein Versuch, dieBob Barker von der Blockade der Gleitbahn der Nisshin Maru abzuhalten, wo sie den Walfängern die Möglichkeit nehmen würde, gewilderte Wale aus dem antarktischen Walschutzgebiet an Bord zu nehmen.

Die Nisshin Maru war am frühen Sonntag Morgen zum dritten Mal in dieser Saison von dem Helikopter der Steve Irwin geortet worden. Jedoch schoben die Walfangschiffe ihre Attacke auf die Bob Barker bis Sonntag Nacht auf und starteten ihren Angriff auf das Umweltschutzschiff im Schutze der Dunkelheit.

Captain Peter Hammarstedt von der Bob Barker berichtet: „Ich funkte die Harpunenschiffe an, um sie wissen zu lassen, dass unser Vorgehen absolut legal sei und dass jede aggressive Handlung ihrerseits an die australische Regierung und den neuseeländischen Such- und Rettungsdienst berichtet werden würde und dass der australische Umweltminister Greg Hunter kontaktiert worden sein. Ich habe neun Australier und einen Neuseeländer als Teil meiner tapferen Crew an Bord, die dieser fahrlässigen Attacke ausgesetzt waren. Wir behalten unser unerschütterliches Engagement im Angesicht zunehmend bösartiger Angriffe der Wilderer bei, als letzte Verteidigungslinie zwischen diesen Kriminellen und den geschützten Walen, auf deren Abschlachtung sie es abgesehen haben.“

Die Harpunenschiffe kreuzten den Bug der Bob Barker während des Angriffs fünfzehn Mal von Backbord nach Steuerbord unter Verstoß gegen die Internationalen Regeln zur Verhütung von Zusammenstößen auf See (COLREGS).

Die Crew der Walfangflotte warf Eis auf die Schlauchbootcrew der Bob Barker, die abgesetzt worden waren, um das Umweltschutzschiff gegen den Angriff zu verteidigen. Die Waljägerblendeten außerdem die Brücke der Bob Barker mit starken Suchscheinwerfern, womit sie die Sicht beeinträchtigten und die Navigation gefährdeten. Um 01:00 Uhr ostaustralischer Sommerzeit verlor die Bob Barker die Nisshin Maru vom Radar.

Die Bob Barker befindet sich gerade in der Nähe der Yushin Maru und der Yushin Maru No. 3und kann bestätigen, dass die beiden Harpunenschiffe nicht in der Lage sind, Wale zu jagen. Seit sie die Nisshin Maru am frühen Sonntag Morgen geortet hatte, konnte die Sea Shepherd-Flotte das Fabrikschiff aus dem Rossmeer hinausjagen. Die Steve Irwin und die Sam Simonsind frei von Verfolgern und verfolgen ihrerseits die Nisshin Maru.

Es ist bereits das zweite Mal in diesem Monat, dass die Bob Barker grundlos von der japanischen Walfangflotte angegriffen wurde. Am 02.Februar wurde das Umweltschutzschiff während eines neunstündigen Angriffs auf die Sea Shepherd-Schiffe von der Yushin MaruNo.3 gerammt. Während dieses Angriffs hatten die Harpunenschiffe insgesamt 86 Mal knapp vor dem Bug der Sea Shepherd-Schiffe gekreuzt.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich die australische Regierung verpflichtet, ein Flugzeug zu entsenden, um die diesjährigen Walfangoperationen zu überwachen. Anfangdiesen Monats hat Neuseelands Außenminister, Murray McCully, auf eine mögliche „Verschlechterung der diplomatischen Beziehungen“ zwischen Neuseeland und Japan hingewiesen. Diese wären eine Folge des unberechtigten Eindringens der Shonan Maru No.2, des Gefahrenabwehrschiffes der japanischen Walfangflotte, in neuseeländische Gewässer.

Der geschäftsführende Direktor von Sea Shepherd Australien, Jeff Hansen, sagte: “Die Bob Barker ist im Südpolarmeer um das antarktische Walschutzgebiet gegen die illegalen japanischen Waljäger zu verteidigen. Sowohl Australien als auch Neuseeland sind Parteien des Schutzgebiets. Sowohl Australien als auch Neuseeland haben die japanischen Walfangoperationen vor dem Internationalen Gerichtshof rechtlich angefochten. Wo also sind diese Regierungen jetzt, wenn ihre Staatsbürger und das Schutzgebiet  von diesen Wilderern angegriffen werden?“

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