Unnachgiebig bis zum Schluß – Operation Relentless Update

 

Captain Peter Hammarstedt, Bob Barker  Photo: Simon Ager

Während Operation Relentless in die zweite Märzwoche geht, sind die Tage, die der japanischen Walwildererflotte noch bleiben, gezählt. Die hellen Nächte des antarktischen Sommers sind eine weit zurückliegende Erinnerung; Dunkelheit breitet sich aus, so schnell, wie das Rossmeer wieder zuzufrieren beginnt. Walsichtungen werden seltener, während die Überlebenden der letzten Schlachtsaison beginnen, zu ihrem alljährlichen Aufenthalt zu den Küsten Australiens zurückzukehren. Während die Herbstwanderung der Wale beginnt, gibt es dank des Einschreitens der einzigen Seestreitmacht zu ihrem Schutz – der Sea Shepherd-Flotte – viele Überlebende.

Bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass die japanische Walwildererflotte sich im Vorfeld eines Gerichtsentscheids durch den internationalen Gerichtshof in Den Haag auf den Walfang im Ross-Nebengebiet beschränkt, um einen diplomatischen Zwischenfall mit Australien zu umgehen.

Operation Relentless ist und war der Kampf für das Rossmeer.

Zwei Mal versuchte die japanische Walwilderer-Flotte in das Rossmeer einzudringen und beide Male wurden sie an dem Tag aufgefunden, an dem sie versuchten, ihre illegalen Walfangoperationen wieder aufzunehmen. Sea Shepherd ist wegen des Wetters und der Position, auf der das Fabrikschiff gefunden wurde, davon überzeugt.

Operation Relentless war nie im Begriff, zu der Kampagne zu werden, während derer die Sea Shepherd-Flotte die gesamte Walfangsaison über an der Gleitbahn des Fabrik-Walfangschiffes hätte bleiben können. Vorangegangene Kampagnen haben den Walwilderern gezeigt, dass Sea Shepherd die Umladung toter Wale und das ungesetzliche Nachtanken auf See unmöglich macht. Daher wußten wir, dass wir sehr wahrscheinlich immer wieder angegriffen werden würden, weil die Verzweiflung der japanischen Walwilderer sich gesteigert hat.

Folglich begannen die Walwilderer einen Tag, nachdem der Bevollmächtigte der Berufungsinstanz am Berufungsgericht des neunten Bezirks in Seattle seine Rechtsauffassung bekannt gegeben hatte, dass Sea Shepherd USA und Captain Paul Watson nicht gegen die im letzten Jahr gegen sie erwirkte Verfügung verstoßen hätten und neun Tage, nachdem die Sea Shepherd-Flotte begonnen hatte, die Gleitbahn der Nisshin Maru zu blockieren, damit, grundlose und aggressive Angriffe gegen die Steve Irwin und die Bob Barker zu fahren. Die Attacken waren ein unerhörter, noch nie dagewesener Ausdruck einer verzweifelten, sterbenden Industrie.

Die japanische Walwildererindustrie ist Sea Shepherd sowohl hinsichtlich materieller als auch finanzieller Ressourcen überlegen. Die japanischen Harpunenschiffe sind schneller und manövrierfähiger als die Sea Shepherd-Schiffe. Die Regierung Japans billigt und rechtfertigt Akte der Gewalt gegen die Sea Shepherd-Mannschaft und aufgrund des Bekenntnisses der Sea Shepherd-Crew zu gewaltfreiem direktem Einschreiten kann und wird die Sea Shepherd-Crew nicht in gleicher Weise zurückschlagen.

 

Captain Peter Hammarstedt hält Wache im Kampf für das Rossmeer Photo: Simon Ager

Doch wo wir unseren Gegner nicht mit physischer Stärke schlagen können, werden wir sie mit Mut und Strategie besiegen. Wir werden die Walwilderer bei jeder Gelegenheit überlisten, weil unsere Kapitäne über eine Leidenschaft, Kreativität und Scharfsinnigkeit verfügen, die die antiquierte Walwildererindustrie nicht hat.

Vier Mal hat die Sea Shepherd-Flotte das japanische Walfang-Fabrikschiff Nisshin Maru in dieser Saison ausfindig gemacht. Das ist eine in unseren vorangegangenen neun antarktischen Walschutzkampagnen unerreichte Leistung. Drei Mal wurde die Nisshin Maru von dem Helikopter der Steve Irwin gerade dann entdeckt, als sie mit ihren illegalen Walfangoperationen für den Tag begann.

Drei Mal haben die Harpunenschiffe grundlose Attacken gegen die Sea Shepherd-Flotte gefahren, doch jeder Attacke wurde mit bestimmter und standhafter Verteidigung begegnet. Und während diese drei Angriffe darin resultierten, dass die Sea Shepherd-Flotte die Nisshin Maru vom Radar verlor, hielt das Sea Shepherd nicht davon ab, die Walwilderer-Flotte auf der Flucht zu halten. Und jedes Mal, wenn die Walwilderer vor der Steve Irwin, der Bob Barker und der Sam Simon flohen, waren sie nicht in der Lage, auch nur einen Wal zu töten. Im Angesicht solcher Widrigkeiten hat die Sea Shepherd-Flotte unnachgiebig weiterhin die Nisshin Maru verfolgt und gejagt, wobei sie ihre Möglichkeit, Wale zu wildern, erheblich beeinträchtigt hat.

Erfolg wird nicht dadurch erreicht, wie oft man zurückgeschlagen wird, sondern wie oft man den Kampf wieder aufnimmt.

Der Rumpf der Bob Barker trägt noch die Narben, die bei der Kollision mit der Yushin Maru No. 3 auftraten, als sie beim Kreuzen meines Bugs mit einem Stahlkabel im Schlepptau ihren Abstand unterschätzten.

Als die japanischen Harpunenschiffe die Bob Barker mitten in der Nacht angriffen, riskierten Schlauchbootteams, trotz der Gefahr, ihr Leben, um über zehn Stunden in stockfinsterer Nacht die Attacke abzuwehren.

Als die Yushin Maru und die Yushin Maru No. 3 die Bob Barker angriffen, während das Sea Shepherd-Schiff noch 40 Seemeilen von der Nisshin Maru entfernt war, wurde eins der Schlauchboote der Bob Barker bei den mutigen Versuchen lahmgelegt, das Stahlkabel zu durchtrennen, das die Harpunenschiffe mit der Absicht, Ruder und Propeller der Bob Barker zu beschädigen, hinter sich herzogen.

Die Attacken der Harpunenschiffe werden die Regierung etwas kosten – die japanischen Walwilderer haben der Welt gezeigt, dass sie tatsächlich die Ganoven und Kriminellen sind, zu denen Sea Shepherd sie seit Jahren erklärt.

Eine der Strategien im Krieg ist, seinen Gegner zu isolieren. Das unberechtigte Eindringen der Yushin Maru No. 3 in das australische Walschutzgebiet bei der Verfolgung der Bob Barker zur Macquarie Insel und das unberechtigte Eindringen der Shonan Maru No. 2 in neuseeländische Gewässer, während sie die Steve Irwin bedrängte, haben, mit den Worten des neuseeländischen Außenministers, die diplomatischen Beziehungen belastet.

 

Sea Shepherd rechnet mit einer verheerenden Saison für die Waljäger und einem großartigen für die Wale Photo: Marianna Baldo

Wir schlagen die japanischen Walwilderer im Krieg der Medien, wir gewinnen in jeder gerichtlichen Auseinandersetzung gegen sie und in diplomatischen Kreisen ist die Regierung von Japan ohne Verbündete.

Doch am bedeutendsten ist, wir gewinnen an der Front, indem wir alles tun, was wir mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen tun können, niemals nachgiebig, stets unnachgiebig.

Die Sam Simon kehrt nun nach Australien zurück, weil sie nur noch wenig Treibstoff hat. Die Steve Irwin wird von der Yushin Maru No.2 verfolgt und die Bob Barker wird von der Yushin Maru No.3 verfolgt, was bedeutet, dass bis zu dem bevorstehenden Ende der Walfangsaison zwei Drittel der Harpunenschiffe außer Gefecht gesetzt sind. In der Zwischenzeit werden die Steve Irwin und die Bob Barker fortfahren, im Rossmeer zu patrouillieren, in den wenigen Arealen mit gutem Wetter, die so spät in der Saison noch übrigbleiben, was bedeutet, dass die Nisshin Maru entweder zu uns kommen muss oder in Wetterverhältnissen stecken bleibt, die zu schrecklich sind, um Wale zu wildern.

Alles, worauf es am Ende der Kampagne ankommt, ist, wieviele Wale durch die Interventionen Sea Shepherds gerettet wurden. Ich bin zuversichtlich, dass, wenn sich die Gischt gelegt und die Wogen geglättet haben, wir den Walwilderern erneut eine verheerend niedrige Abschussquote beschert haben werden; eines, woran wir unseren Erfolg messen können, ist die Zahl der Wale, die bald in Australiens warmen Gewässern ihre Kälber auf die Welt bringen werden, weil ihr warmes Blut nicht in die eisigen Gewässer der Antarktis vergossen wurde.

Quelle: Sea Shepherd Australia

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