Das IGH-Urteil war eine Gemeinschaftsleistung

Kommentar von Captain Paul Watson

Die Wale des Südpolarmeers haben vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag gesiegt.

Das ist alles, was wirklich wichtig ist.

Ein Sieg hat selbstredend viele Mütter, daher bin ich nicht überrascht über all die Menschen und Organisationen, die ihn sich zuschreiben. Das war zu erwarten.

Ich bin überrascht, einige Organisationen ihre Beiträge posten zu sehen, wie das alles ihr Handeln gewesen sei und niemand anderen zu erwähnen. Das Problem ist, dass ich im vergangenen Jahrzehnt rein garnichts von vielen dieser Gruppen gehört habe (die ich nicht erwähnen werde), so dass ich ein wenig perplex war, wie es ihr Handeln gewesen sein soll, aber, nun gut, ich bin sicher es hat gut als Behelf zum Spendensammeln funktioniert. Menschen sind von Natur aus opportunistisch.

Jedoch hat mich das motiviert, einigen der Menschen, Organisationen und Regierungen Anerkennung zu zollen, die tatsächlich in enormem Umfang zu diesem Sieg vor Gericht beigetragen haben.

Zuallererst dem australischen Bundesgerichtshof, der 2008 den japanischen Walfang in australischen Gewässern verboten hat, als Ergebnis eines Gerichtsverfahrens, das von der Humane Society International vor diesem Gericht angestrengt wurde.

Zweitens dem früheren liberalen Umweltminister und früheren Senator Ian Campbell dafür, dass er Australien in den Jahren 2006 und 2007 als die führende Nation im Walschutz positionierte.

Drittens der ehemaligen australischen Regierung unter Kevin Rudd für die Erhebung der Klage gegen die japanische Regierung. Es hat eine Weile gebraucht, aber der Einsatz hat sich ausgezahlt. Nur eine Staatsregierung konnte die Mittel aufbringen, dieses kostspielige Gerichtsverfahren anzustrengen. Dank Premierminister Rudd hat Australien das in Angriff genommen. Ich persönlich denke, das wird als die größte Leistung der ehemaligen Labor-Regierung und sicher des früheren Premierministers in die Geschichte eingehen.

Ja, ich weiß, dass der ehemalige Labor-Umweltminister Peter Garrett im Fernsehen war und sagte, es habe nichts mit Sea Shepherd zu tun, aber das ist keine Überraschung von dem in Ungnade gefallenen ehemaligen Politiker, der die Umweltbewegung in solchem Ausmaß betrogen hat, als er noch im Amt war. Unsere damalige Kritik an ihm hat dazu geführt, dass er heute sauren Trauben hinterherweint. Peter, du hättest dir den Sieg zu eigen machen sollen und ihn nicht als Gelegenheit benutzen, Sea Shepherd zu kritisieren.

Die Wahrheit ist natürlich, dass, wenn Sea Shepherd nichts mit der Entscheidung zu tun hätte, dann wäre er nicht im Fernsehen und würde nicht seine Sendezeit dafür verwenden zu sagen, dass Sea Shepherd nichts damit zu tun habe.

Viertens den australischen Grünen, die der Labor im Rücken standen, wann immer diese den Eindruck machte, zurückzuweichen. Und ganz besonders Bob Brown, dafür dass er nicht nur als Senator und Chef der Grünen für diese Kampagne eingetreten ist, sondern auch, dass er die Leitung der Operation Zero Tolerance und der Operation Relentless übernommen hat.

Und der fünfte wichtige Akteur ist Neuseeland, weil es zu dem Sieg beigetragen hat, indem es als Nebenkläger Australiens in der Sache vor dem IGH auftrat.

Es gab selbstverständlich noch weitere Organisationen, wie Living Oceans, Australian Zoo, Kindness House. Oceanic Preservation Society, die australischen Grünen und, ja, Greenpeace. Obwohl ich Greenpeace oft kritisiert habe, besonders dafür, dass sie sich mit ihren Schiffen aus dem Südpolarmeer zurückgezogen haben, erkenne ich an, dass sie viele Jahre sowohl im Südpolarmeer als auch in Japan bis 2008 beteiligt waren.

Schließlich möchte ich den Beitrag von Animal Planet und dem Discovery Network würdigen, dafür, dass sie dieses Problem der Welt vor Augen geführt haben.

Was viele Jahre vor den Augen der Welt verborgen und daher auch nicht in ihrem Bewußtsein war, das wurde vor den ganzen Welt durch Whale Wars aufgedeckt.

Und auch wenn Peter Garrett behauptet, dass Sea Shepherd nichts mit dem Sieg zu tun habe, muss ich sagen, dass er extrem unfair gegenüber den Australiern ist, die als Mannschaft auf den Sea Shepherd-Schiffen waren und den Hunderttausenden von Australiern, die die Sea Shepherd-Fahrten unterstützt haben.

Als wir 2002 anfingen, war der japanische Walfang im Südpolarmeer praktisch unbekannt. Geduldig haben wir unsere Schiffe Jahr für Jahr in die lebensfeindlichsten, entlegensten Gewässer der Welt gebracht, um gegen das Schlachten der Wale vorzugehen und mit jedem Jahr wurden wir erfolgreicher.

2002 war die Unterstützung des französischen Filmemachers Jacques Perrin und Galatee Films ein ganz entscheidender Faktor für die Durchführung dieser Kampagne.

2005 waren wir dank Mike Galesi und Patty Shenkar in der Lage, einen Helikopter zu beschaffen. Peter Heller kam mit uns und schrieb das Buch Whale Warriors. Phil Wollen ermöglichte uns, in Melbourne anzulegen.

2006 ermöglichten uns Pritam Singh und John Allison, die Robert Hunter zu beschaffen, die später in Steve Irwin umbenannt wurde. Auch Senator Ian Campbell war uns in diesem Jahr als Umweltminister eine große Hilfe.

2007 schloß sich Animal Planet das erste Mal uns an und war von da ab in jedem Jahr dabei.

2010 spendete Bob Barker 5,2 Millionen, um uns zu ermöglichen, die Bob Barker zu erwerben und außerdem unser Langstreckenschiff und einen Helikopter, der entscheidend wichtig ist für das Auskundschaften der Walfangflotte und die Dokumentation ihrer Verbrechen.

2011 schaffte Sea Shepherd die Gojira an, die später in Brigitte Bardot umgetauft wurde.

2012 stellte uns Sam Simon die Mittel zur Verfügung, die Sam Simon zu erwerben, die uns ermöglichte, unsere Präsenz bei der Patrouille zu verstärken und ihnen den psychologischen Schaden zuzufügen, eins der ehemaligen japanischen Schiffe gegen ihre Walwilderei einzusetzen.

Letztes Jahr haben die Waljäger weniger als 10% ihrer Jagdquote gefangen und über die Jahre hat Sea Shepherd etwa 6.000 Wale vor den Harpunen gerettet. Und es war die Öffentlichkeit, das Drama und die Aufdeckung durch die Freiwilligen von Sea Shepherd, die dieses Problem im Bewußtsein erhielten und über die ganze Welt zum Thema machten.

Der IGH war sich der Interventionen von Sea Shepherd sehr bewußt, wie es auch die Regierungen der Welt sind und Sea Shepherd wird in den Entscheidungen des IGH erwähnt.

Der Gerichtsentscheid des IGH rechtfertigt, was wir seit 12 Jahren gesagt haben. Der japanische Walfang im Südpolarmeer ist nicht wissenschaftlich und ist illegal. Sea Shepherd, die keine Protestorganisation ist, war nicht unten im Südpolarmeer, um gegen den Walfang zu protestieren, wir waren im Südpolarmeer, um gegen eine kriminelle Operation vorzugehen.

Unser vorrangiges Anliegen war das Vorgehen in direkter Aktion um das Leben so vieler wie möglich leibhaftiger Wale zu retten, so lange die Entscheidung des IGH anhängig war. Unser zweites Ziel war, die illegalen japanischen Walfangaktivitäten im Südpolarmeer aufzudecken und öffentlich zu machen.

Wie in allen Kampagnen gibt es eine Vielzahl von Herangehensweisen, Taktiken und Strategien. Aufklärung, Gesetzgebung, Gerichtsverfahren, Durchsetzung sind alles Herangehensweisen, die zum Erreichen des Ziels beitragen.

Die Sea Shepherd-Einheiten auf der ganzen Welt, die Unterstützer, Freiwilligen an Land, Schiffsbesatzungen, Beiräte und Direktoren und die früheren Direktoren verdienen alle Anerkennung für diesen gerichtlichen Sieg.

Ich erstelle eine vollständige Liste aller Menschen, denen ich danken möchte und werde diese innerhalb der nächsten Tage veröffentlichen.

Das war ein gerichtlicher Sieg, der durch die Leidenschaft von Tausenden erreicht wurde, durch den Einsatz des Klageweges, von Rechtsprechung, Aufklärung und Intervention.

Wenn du für die Sache gespendet hast, hast du zu dem Urteilsspruch beigetragen. Wenn du auf den Schiffen warst oder als Freiwilliger an Land, hast du zu dem Urteilsspruch beigetragen. Wenn du 2007 die Labor-Partei oder die Grünen gewählt hast, hast du zu dem Urteilsspruch beigetragen.

Und wir können alle stolz darauf sein, der Welt bewiesen zu haben, dass die Aktivitäten der japanischen Waljäger, die Rückhalt von der japanischen Regierung bekamen, illegal waren und dass der Internationale Gerichtshof den Erlass von Genehmigungen verweigert hat.

Und damit wir es nicht vergessen, der Walfang geht weiter. Japan könnte dieses Gerichtsurteil ignorieren. Sie werden höchstwahrscheinlich den Walfang im Nordpazifik fortsetzen und dann gibt es noch die gesetzlosen Walfangnationen Island, Norwegen und die Färöer Inseln.

Wir haben eine Schlacht gewonnen. Den Krieg haben wir noch nicht gewonnen.

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