Japans Walforschungsinstitut (ICR) blamiert sich mit der Missachtung des Weltgerichtshofsurteils

Das ICR hat heute Schriftsätze bei Gericht eingereicht, die ihre Absicht bekunden, 2015-2016 in die Antarktis zurückzukehren; sie streben an, auch anderen Sea Shepherd-Einheiten die Behinderung ihrer Operationen gerichtlich verbieten zu lassen

Auf diesem Archivbild von 2009 ist die Crew der Yushin Maru No 3 zu sehen, wie sie mit Gewehrschüssen einen Zwergwal tötet

In einer unverfrorenen Zurschaustellung der Mißachtung des kürzlich erfolgten wegweisenden Urteils des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in Den Haag, hat Japans Walforschungsinstitut (ICR) heute Schriftsätze bei Gericht eingereicht, die ihre Absicht bekunden, in der Saison 2015-2016 zur Jagd von Walen ins Südpolarmeer zurückzukehren, mit einem neu konzipierten „Forschungs“programm. Und sie streben eine endgültige Verfügung gegen Sea Shepherd USA an – ungeachtet der Tatsache, dass die USA-Einheit nicht mehr im Südpolarmeer operiert – und werden außerdem gerichtliche Anordnungen gegen weitere Sea Shepherd-Einheiten anstreben.

Der Fall Australien gegen Japan wurde im Juli letzten Jahres vor dem IGH verhandelt, um zu einer Entscheidung zu kommen, ob  Japan mit der Durchführung seines JARPA II – “Forschung” sprogramms im Südpolarmeer gegen seine internationalen Verpflichtungen verstoße, und zu fordern, dass Japan die Durchführung von JARPA II einstellt und jede damit zusammenhängende Genehmigung zurückzieht, bis Japan zusichern kann, dass ihre Operationen mit internationalem Recht vereinbar sind.

In einer am 31. März durchgeführten Abstimmung von 12 zu 4 urteilte das IGH, dass Japans Walfangprogramm JARPA II nicht, wie unter den Bestimmungen der Internationalen Walfangkommission festgelegt, zum Zwecke der wissenschaftlichen Forschung durchgeführt wurde. Es ordnete an, dass Japan die unter JARPA II erteilten wissenschaftlichen Genehmigungen zurückzieht und von der Erteilung jeglicher weiterer Genehmigung unter diesem Programm absieht. Heute jedoch reichte das ICR Schriftsätze beim U.S. Bezirksgericht in Seattle ein, die eindeutig ihre Absicht belegen, unter Mißachtung dieses Gerichtsurteils die Jagd auf Wale fortzusetzen.

Der Gründer der Sea Shepherd Conservation Society, Captain Paul Watson, sagte zu der heutigen Eingabe folgendes: “ Als das IGH-Urteil bekannt gegeben wurde, war mir bewußt, dass, obwohl es ein großartiger Sieg war, der unseren Widerstand gegen den illegalen Walfang im Südpolarmeer rechtfertigte, ich das Potential für das ICR sehen konnte, ihr Programm neu aufzusetzen und zurückzukehren. Meine Vorhersage war, dass sie in der Saison 2015-2016 zurückkehren würden. Es scheint, dass es genau das ist, was sie vorhaben“, sagte er. „Die seitens Japan erfolgte Stellungnahme, sich an das IGH-Urteil halten zu wollen, war aus meiner Sicht Heuchelei. Japan hat eine Geschichte der Doppelzüngigkeit, wenn es um Walfang geht. Ich gehe fest davon aus, dass Sea Shepherd bereit sein wird, im Dezember 2015 ins Südpolarmeer zurückzukehren, um erneut die Unversehrtheit des antarktischen Walschutzgebiets zu verteidigen“, fügte Captain Paul Watson hinzu.

Nach Bekanntwerden der Pläne des ICR stellte der Sea Shepherd USA-Direktor für Aufklärung und Ermittlung, Scott West, fest: „Die Japaner beabsichtigen eindeutig, gegen die Absicht, wenn nicht sogar den Wortlaut, des Weltgerichtshofsurteils zu verstoßen. Sie zollen dem Internationalen Gerichtshof nur Spott und Hohn und treten mit Schmutz an den Händen vor die U.S.-Gerichte. Sie sind die ersten, die lamentieren, wenn jemand es wagt, ihre Lügen zu hinterfragen, aber sie erwarten, dass die Welt Gerichtsentscheidungen zu ihren Gunsten respektiert. Sie sind Wilderer und sie operieren unredlich.“

Eindeutig ist das ICR verunsichert, nicht nur durch das günstige IGH-Urteil, sondern auch durch die kürzliche Einschätzung des Gerichtsbevollmächtigten Peter Shaw gegenüber dem Gerichtshof des 9. Bezirks, dass seitens Sea Shepherd USA kein Verstoß vorliege. In ihrem Gerichtsschriftsatz drohte das ICR: „Wenn das 9. Bezirkgsgericht feststellt, dass es nicht die Beklagten waren, die einen Verstoß begingen, dann könnten die Kläger gezwungen sein, diesem Vorgang die Parteien hinzuzufügen, die den Verstoß tatsächlich begangen haben.“ Sie merkten außerdem an: „Die Klagepartei geht davon aus, dass weitere Parteien, die sie diesem Vorgang hinzuzufügen bestrebt sind, ausländische Parteien einschließen dürften.“ Wie sie allerdings ausländische Einheiten vor ein U.S.-Gericht bringen wollen, bleibt noch abzuwarten.

Eine Konferenz zur Lage wird am Mittwoch, 16. April um 10:00 Uhr am U.S. Bezirksgericht, Western District of Washington, 700 Stewart Street, Seattle, Wash. 98101 stattfinden, um den Gerichtstermin für eine Klage auf endgültige Verfügung gegen Sea Shepherd USA wegen Behinderung illegaler Walfangoperationen im Südpolarmeer festzusetzen. Diese Sitzung ist öffentlich.

Auf diesem Archivbild von 2009 zieht das Fabrikschiff Nisshin Maru einen Zwergwal die Gleitbahn hinauf

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